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Naturschutz
NordseeschnäpelEine weitere, moderne Art menschlicher Nutzung der Elbe ist der Naturschutz. Wenn es auch vordergründig scheint, als wäre Naturschutz vor allem Schutz der Natur vor dem Menschen, so ist doch Naturschutz immer auch mit Eingriffen verbunden.
Gemeine StrandkrabbeEs ist der Mensch, der die Objekte des Naturschutzes auswählt, dessen Ziele definiert und Naturschutzgebiete dementsprechend bewirtschaftet.

Oben: Nordsee-schnäpel (Foto: Biopix.dk, N. Sloth),
Die gemeine Strandkrabbe (rechts) zählt zu den Lebewesen der Gewässersohle.

Tatsächlich ist die Elbe trotz aller menschlichen Nutzungen und Umweltprobleme bis heute ein Gebiet von hohem ökologischem Gesamtwert geblieben. Die Vorlandgebiete und Teilbereiche der eingedeichten Marschen stehen unter Naturschutz. Es kommen zahlreiche Arten und Lebensräume von europäischer Bedeutung vor. Ihr Erhaltungszustand ist aber vielerorts nicht mehr als günstig einzustufen. Es sind umfassende Maßnahmen erforderlich, um von den verbleibenden naturnahen Kernen ausgehend einen Natur näheren Gesamtzustand wiederherzustellen.

Länder- und ressortübergreifende Naturschutzplanung

Die Flora Fauna Habitat-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft verpflichtet zur Erhaltung des sog. „günstigen Erhaltungszustandes“. Erfahrungen aus dem europäischen Ausland, insbesondere aus Großbritannien und den Niederlanden, weisen auf die wachsende Bedeutung von ressortübergreifenden Partnerschaften hin. Daher wurden auch für den Unterelberaum Gremien geschaffen, in denen die beteiligten Bundesländer und auch jeweils alle zuständigen Politikressorts (Umwelt, Wirtschaft) an der Entwicklung einer gemeinsamen Planungsperspektive zusammenarbeiten.

Als gemeinsame, von allen getragene Ziele einer nachhaltigen Naturschutzstrategie für das Elbästuar wurden bisher vereinbart:
  • Unterhaltung und Entwicklung von Flachwasserbereichen
  • Schaffung von Auwäldern und Salzwiesen vor den Deichen
  • Verbesserung der Fischpopulation – durch geeignete Laich-, Aufwuchs- und Nahrungsbiotope
  • Aufbau weiterer Naturerlebniszonen und Aussichtspunkte (z.B. zur Vogelbeobachtung

Naturschutz und Tourismus

Schutzgebiete wie der Nationalpark, die einzelnen Naturschutzgebiete, Natura 2000-Flachen oder Weltnaturerbe-Zonen können, gestützt durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, eine erhebliche Wirkung für die Tourismuswirtschaft entfalten. Sanfter Tourismus kann Formen entwickeln, wie der Mensch die geschützte Natur wahrnimmt, ohne sie zu zerstören. Natur sollte erlebbar sein und darf nicht großflächig zum Sperrgebiet erklärt werden. Nur so wird der Wert des Naturschutzes erfahrbar, und nur so lässt sich letztlich die notwendige Akzeptanz für den Umfang und die Kosten naturschutzfachlicher Maßnahmen gewährleisten.