Zukunft Elbe Startseite
23.07.2013
BMVBS stellt Eckwerte der Hafenumschlagsprognose 2030 vor
Ferlemann: Deutsche Seehäfen legen deutlich zu
"Die Umschläge deutscher Seehäfen werden bis zum Jahr 2030 deutlich zulegen", sagte der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundesverkehrsminister Enak Ferlemann. Dies ergibt sich aus der Seeverkehrsprognose 2030, zu der das Gutachter-Konsortium MWP (Projektleitung), Uniconsult, IHS und Fraunhofer CML dem Ministerium nun vorab erste Eckwerte für die prognostizierten Hafenumschläge 2030 vorgelegt hat.

Das Bundesverkehrsministerium hat die Seeverkehrsprognose im Rahmen der Verkehrsprognose 2030 zum Bundesverkehrswegeplan 2015 erstellen lassen.

Ferlemann: "Die steigenden Umsätze werden auch bei der Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans 2015 berücksichtigt. Der Seeverkehr ist für ganz Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsmotor. Die verbesserte Anbindung der Seehäfen wird deswegen explizit als Ziel in der Grundkonzeption für den neuen Bundesverkehrswegeplan verankert."

Die Seehäfen sind wichtige intermodale Drehkreuze, über sie läuft ein Großteil des weltweiten Im- und Exportes.

"Wie bereits im Gespräch mit den Ministerpräsidenten der norddeutschen Länder erläutert, stärkt Bundesverkehrsminister Ramsauer damit das Kriterium "Seehafenbezug" in der Bundesverkehrswegeplanung. Aus- und Neubauprojekte werden entsprechend auf die Beseitigung von Engpässen und die Hauptachsen konzentriert. Bundesminister Ramsauer gibt dadurch eine strikte Priorisierung anhand des verkehrlichen Bedarfs vor, von der gerade die Seehäfen profitieren werden", sagte Ferlemann.

Für die 19 betrachteten deutschen Seehäfen ergibt sich nach der Prognose ein anhaltender Wachstumstrend. Die Gesamtumschlagsvolumen der deutschen Häfen werden insgesamt von 269 Mio. t in 2010 auf 468 Mio. t in 2030 zunehmen. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von +2,8 %. Ferlemann: "Damit verdoppeln wir unsere Umschlagsvolumina (+74 %). Das Wachstum liegt deutlich über den 1,4 % pro Jahr, die wir im Zeitraum 2001 bis 2010 erreicht haben. Besonders erfreulich sieht die Zukunft für Hamburg und Bremerhaven aus: beide wachsen bis 2030 mit jeweils 3,2 % bzw. 3,3 % pro Jahr überdurchschnittlich."

Bei den Containerumschlägen der deutschen Häfen ergibt sich bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,3 %. In 2030 werden mit 30,1 Mio. TEU (Twenty-foot equivalent unit) deutlich mehr als doppelt so viele Einheiten umgeschlagen (+131 %) wie im Basisjahr 2010 (13,0 Mio. TEU). Ferlemann: "Der neue Tiefwasserhafen Wilhelmshaven profitiert ebenfalls. Er wird einen relativ großen Anteil des Wachstums an Containerverkehren aufnehmen und in 2030 rund 3,4 Mio. TEU umschlagen."

Abschließend erklärt der Parlamentarische Staatssekretär Ferlemann: "Ich freue mich sehr, dass wir mit der aktuellen Seeverkehrsprognose eine hervorragende Grundlage für die Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans haben. Die Prognose fußt auf realistischen Annahmen bis 2030 und gibt dabei gute Perspektiven für die Seehäfen. Daraus folgt, dass ein Schwerpunkt der zukünftigen Verkehrspolitik auf der Anbindung der Seehäfen liegen muss."

Die Verkehrsprognosen werden bis Ende dieses Jahres erarbeitet. Der Entwurf des BVWP wird 2015 vorgestellt und öffentlich diskutiert. Bis Ende 2015 soll der neue BVWP vom Kabinett beschlossen werden. Im BVWP wird auf Basis von Verkehrsprognosen und der volkswirtschaftlichen Bewertung von Projektvorschlägen festgelegt, welche Bundesstraßen, Autobahnen, Bundeswasserstraßen und Bundesschienenwege aus- oder neu gebaut werden sollen. Der BVWP wird von der Regierung beschlossen und ist die "Blaupause" für die Investitionen des Bundes in die Verkehrsinfrastruktur. Die einzelnen Projekte werden in den Ausbaugesetzen Straße und Schiene mit den jeweiligen Bedarfsplänen durch den Bundestag verbindlich festgelegt. Die Bedarfspläne werden alle fünf Jahre auf Aktualität überprüft.

Der derzeit gültige BVWP stammt aus dem Jahr 2003. Der neue BVWP ist der siebte seit Einführung einer bundesweit abgestimmten Verkehrspolitik (BVWPs 1973, 1978, 1980, 1985, 1992, 2003).

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 23.7.2013