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19.06.2013
„Wir brauchen den vollen Meter mehr“
Elbvertiefung ist für Hamburg „das Schlüsselprojekt“ - Kreuzfahrtindustrie als Teil des Universalhafen-Angebots
Eine Elbvertiefung „light“ bringt für den Hamburger Hafen nichts. „Wir brauchen auf jeden Fall den vollen Meter mehr Tiefgang“, stellte Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), am Montagabend auf einer Veranstaltung des Verbandes Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH) in der Hansestadt klar.

Der VSH hatte die in seine diesjährige Mitgliederversammlung eingebettete Diskussionsrunde unter die Überschrift „Hamburg - Logistikdrehscheibe oder Kreuzfahrten in die Welt?“ gestellt. Meier stellte vor den Unternehmern aus dem Lkw-Transportgewerbe klar, dass die Fahrrinnenanpassung für den Hafen- und Logistikstandort Hamburg „das Schlüsselprojekt“ sei. Neben der Vertiefung der Fahrrinne sei auch deren Verbreiterung im Bereich der besonderen, sogenannten Begegnungsboxen wichtig. Diese werden benötigt, damit besonders große Seeschiffe einander gefahrlos und unter Wahrung der dafür vorgesehenen Mindestsicherheitsabstände passieren können. Die Anzahl der sogenannten „AGF“-Schiffe (außergewöhnlich große Fahrzeuge), wozu neben Containerfrachtern auch Bulker, Tanker oder andereSchiffstypen zählen, nehme weiter zu. Allein im Mai dieses Jahres lag ihre Anzahl um mehr als 13 Prozent über demVorjahresstand.

Meier und Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH), betonten, sie gingen fest davon aus, dass Hamburg auch die letzten Hürden vor dem Bundesverwaltungsgericht in Sachen Elbvertiefung nehmen werde. Bonz: „Die Elbvertiefung kommt. Wir werden den Planfeststellungsbeschluss in Leipzig erfolgreich verteidigen können.“

Das stärkere Engagement des Hamburger Hafens im Kreuzfahrtsegment halten Bonz und Meier für absolut richtig. Denn damit werde der Universalhafenanspruch Hamburgs weiter unterstrichen. DerHPA-Chef verwies darauf, dass mit den Kreuzfahrern eine hohe, lokal wirksam werdende Wertschöpfung verbunden sei, wobei das Servicespektrum denkbar breit gefächert sei: von der Grauwasserentsorgung bis hin zur Bevorratung derSchiffe mit den unterschiedlichsten Verbrauchsgütern. Der wachsenden Attraktivität Hamburgs für die Kreuzschifffahrt wolle die Stadt unter anderem durch den Bau eines dritten Abfertigungsterminals Rechnung tragen, und zwar im Bereichdes Großprojektes „CTS“ im (ehemaligen) Mittleren Freihafen. Der Terminal sei allerdings als Übergangslösung geplant.

Thomas Usinger, VSH-Vorsitzender und Inhaber einer Hamburger Schwergutspedition, kritisierte, dass der Hamburger Hafen straßenseitig für Schwergut- und Projektladungstransporte immer schwieriger zu erreichen sei. Das sei gefährlich,weil damit diese ebenfalls wertschöpfungsintensive Ladung in andere Häfen, allen voran die Westhäfen, abwandern könne.

EHA,Täglicher Hafen-Bericht 19.06.2013s