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15.11.2010
Bahn-Chef Grube fordert mehr Engagement für Elbvertiefung
Der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, fordert die Hamburger Politik dazu auf, sich noch intensiver für die Elbvertiefung einzusetzen.
Immer öfter erlebe er, dass Containerzüge nicht mehr Hamburg, sondern Konkurrenzhäfen wie Rotterdam und Antwerpen ansteuern würden. "Das erfüllt mich mit Sorge. Kämpfen Sie für Ihre Infrastruktur", sagte der gebürtige Moorburger beim traditionellen Herrenabend des Wirtschaftsvereins Süderelbe.
 
Der Vorsitzende des Vereins, Jochen Winand, sagte, die Elbvertiefung sei ohne Alternative. Die Wirtschaft in Hamburgs Süden fordere von der Politik zudem die schnelle Bestimmung des Übergabepunktes der Autobahn A 26 an der Hamburger Landesgrenze, eine Beschleunigung der Planung zur Hafenquerspange und die Einhaltung des Zeitplans zur  Verlagerung der Wilhelmsburger Reichsstraße.

Vor mehr als 400 Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und  Politik nahm Bahn-Chef Grube kein Blatt vor den Mund. Seine erste Herausforderung sei nicht der Börsengang der Bahn, sondern das "Brot- und Buttergeschäft", nämlich Menschen sicher und zuverlässig zu transportieren. Seit seinem Amtsantritt vor 500 Tagen sei es gelungen, das Defizit der Bahn um zwei Milliarden auf 14 Milliarden Euro zu senken, sagte Grube.

Der Bahnchef beklagte Ungleichbehandlungen im europäischen Wettbewerb, die die Bahn bei Auslandsgeschäften behindern würden. "Wir Deutsche halten uns treu an die Vorgaben der EU und lassen jeden Wettbewerb zu, während wir im Ausland nicht einmal die Tür finden, hinter der wir uns beschweren können, wenn wir mal wieder nicht zum Zug kommen", sagte Grube. Als Beispiel nannte er das Vorgehen Frankreichs, um das Monopol des TGV im Eurotunnel zu verteidigen.

Der heute 59-Jährige betonte, dass er sich stets an seine Kindheit im
Hamburger Süden erinnert, da er hier gelernt habe, als "ehrbarer Kaufmann" zu handeln. Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden existiert seit 1947 als ein Netz von Unternehmern südlich der Elbe. Er repräsentiert heute 220 Unternehmen und rund 42 000 Arbeitsplätze in der Region

Die Welt 15.11., m.k.