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22.02.2011
Elbvertiefung als Chefsache
Den Trend zu immer noch größeren Containerfrachtern hat auch die
Wirtschaftskrise nicht gebrochen. Das zeigt der Auftrag der dänischen
Großreederei Maersk, die jetzt bis zu 30 Frachterriesen mit Stellplätzen
für jeweils 18 000 Standardcontainer (TEU) bestellt hat. Gut für Hamburg ist,
dass sie aufgrund ihrer Konstruktion mit einem Tiefgang von 14,50 Meter
auskommen und die Umschlagsfirmen Hamburger Hafen und
Logistik AG ( HHLA ) und Eurogate dafür gerüstet sind, die Schiffe mit ihren
Containerbrücken abzufertigen. Doch für Tiefgänge bis 14,50 Meter
wird die Elbe erst nach der Vertiefung geeignet sein.

Daher ist der Milliardenauftrag der Dänen ein weiterer Hinweis darauf, den Ausbau rasch anzugehen. Beim gerade abgelösten alten CDU-Senat hatte Bürgermeister Christoph Ahlhaus das Bauprojekt zur Chefsache gemacht. Diese Bewertung muss auch für die neue SPD-Regierung gelten. Dabei wird es für den neuen Wirtschaftssenator Frank Horch sogar leichter sein, mehr Schwung in die Verhandlungen zu bringen. Schließlich muss er auf keinen Koalitionspartner mehr Rücksicht nehmen.

Ohne Frage hält Maersk für die Abfertigung ihrer künftigen Riesen alle
Trümpfe in der Hand. Die Reederei ist an der Weser an einem Terminal beteiligt, fährt auch nach Hamburg und wird in Wilhelmshaven von August 2012 an ein weiteres Terminal in Betrieb nehmen. Hamburg muss also Perspektiven für die größten Containerschiffe der Welt aufzeigen. Sonst könnten die Dänen schnell nur noch auf Bremerhaven und Wilhelmshaven setzen. Besonders fatal wäre, wenn diesem Beispiel dann weitere Reedereien folgen würden.

Rolf Zamponi
Hamburger Abendblatt