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16.08.2011
Hafen Hamburg wächst kräftig
Containerumschlag auf dem Weg zum Vorkrisenniveau. Elbvertiefung soll Anfang 2012 beginnen
Hamburg. Der Umschlag von Containern hat dem Hamburger Hafen im ersten Halbjahr 2011 ein kräftiges Wachstum beschert. Der gesamte
Seegüterumschlag nahm gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent auf insgesamt 64,1 Millionen Tonnen zu. Das Geschäft mit Massengütern ging leicht zurück, beim konventionellen Stückgutumschlagverzeichnete Hamburg in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Rückgang von rund sieben Prozent, berichtete Hafen Hamburg Marketing gestern.
Für eine positive Gesamtbilanz sorgte das Containergeschäft, das um 17,3
Prozent auf 4,3 Millionen Containereinheiten(TEU) zunahm. Der Hafen
knüpft damit in seiner wichtigsten Güterkategorie allmählich an das
Niveau vor der Weltwirtschaftskrise an: "Wir hoffen, dass wir Anfang
2012 wieder auf dem vergleichbaren Stand des Jahres 2008 sind", sagte
Claudia Roller, Vorstandsvorsitzende von Hafen Hamburg Marketing.
Allerdings sei die Entwicklung desWelthandels angesichts vieler
Turbulenzen wie etwa der Verschuldungskrise in den USA und in Europa nur schwereinzuschätzen.

Erfreulich für Hamburg ist, dass der Containerumschlag im Vergleich der Nordseehäfen neben Bremerhaven derzeit besonders stark wächst. Der Hafen holt dabei laut Roller Marktanteile auch im Transitverkehr in Richtung der Ostsee-Anrainerstaaten zurück. In diesem Segment hatte Hamburg während der Krise besondere Einbußen erlitten und Verkehre an Konkurrenzhäfen verloren. Stärkstes Zielgebiet des Hamburger Hafens beim Containertransport bleibt Asien - rund ein Drittel des gesamten Volumens entfallen allein auf den Außenhandel mit China.

Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) betonte, die Planungen zur
dringend nötigen Vertiefung und Verbreiterung der Elbfahrrinne seien "auf einem guten Weg". Er rechne mit der Zustimmung der EU-Kommission zum Entwurf derPlanfeststellung für September. Die Baggerarbeiten könnten demnach Anfang 2012 beginnen, der gesamte Ausbau der Fahrrinne bis 2013 abgeschlossen sein. "Wir rechnen mit Klagen der Naturschutzverbände gegen dasPlanfeststellungsverfahren und suchen daher jetzt bereits einen intensiven Dialog", sagte Horch.

(Hamburger Abendblatt, Olaf Preuß)