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14.09.2010
Koalition in Hamburg steht zur geplanten Elbvertiefung
Staatsrat Peter Wenzel beim Lenkungskreis "Häfen und Schifffahrt" - Die deutsche Hafenwirtschaft sieht die wirtschaftliche Lage optimistisch.
Bei der jüngsten Sitzung des Lenkungskreises „Häfen und Schifffahrt“ des Deutschen Verkehrsforums in Hamburg hat sich Vorsitzender Detthold Aden entsprechend positiv geäußert. „Im laufenden Jahr hat sich unsere Annahme, dass es sich bei der Globalisierung um einen nicht umkehrbaren Prozess handelt, als richtig erwiesen. Deutliche, vielfältig auch zweistellige Zuwachsraten in nahezu allen Bereichen des Umschlags sind hierfür ein überzeugendes Indiz“, so der Manager, der auch Vorstandschef der BLG Logistics Group und Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ist. „Auch wenn das Rekordniveau von 2008 noch längst nicht erreicht ist, gehen wir davon aus, dass die langfristigen Wachstumsprognosen für die Seehäfen gültig bleiben.“

Hamburgs Wirtschaftsstaatsrat Peter Wenzel betonte, dass die schwarz-grüne Koalition in Hamburg uneingeschränkt zur Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe stehe. „Die Umsetzung dieses Projekts ist ein zentrales Ziel unserer Wirtschaftspolitik. Um im internationalen Hafenwettbewerb zu bestehen, muss die seewärtige Erreichbarkeit des Hamburger Hafens weiter verbessert werden. Die beiden Vorhabensträger, der Bund und Hamburg, treiben das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren mit aller Kraft voran.“
Zum Konsultationsverfahren, das die EU-Kommission derzeit zum Thema Konzessionen durchfuhrt, erklärte Wenzel: „Hamburg ist sich mit den anderen norddeutschen Bundesländern einig, dass es hierzu keiner weiteren Regelungen bedarf, die über die jetzigen Normierungen hinausgehen. Da die Häfen ohnehin im überregionalen Wettbewerb stehen, erwarten wir von einer weitergehenden Regulierung keinen zusätzlichen Nutzen. Diese Position wird Hamburg mit den anderen Bundesländern beim Konsultationsverfahren der EU-Kommission einbringen.“

Die positive Wachstumsprognose von Aden teilte auch Dr. Ottmar Gast, Chef der Reederei Hamburg Süd. Er stellte außerdem die erfolgreichen Maßnahmen der Reeder zum Abbau der Überkapazitäten am Markt heraus, wie zum Beispiel Verschiebung von Auslieferungen, Slow Steaming oder Verschrottung. „Unsere Branche ist durch vielfältige Anstrengungen schon weit gekommen, so dass derzeit weltweit nur noch etwa 1,5 Prozent der Flotte aufliegt“.  Sorge bereitet ihm jedoch der anhaltende Preisdruck, der zudem vom langfristigen Trend der Kostensteigerung unter anderem durch steigende Ölpreise sowie verschärfte Auflagen zum Umwelt- und Terrorschutz begleitet werde. „Transport wird teurer werden“, so sein Fazit.

Reinhard Klingen, Leiter der Abteilung Wasserstraßen und Schifffahrt beim Bundesverkehrsministerium, hob die große Bedeutung des Nationalen Hafenkonzepts hervor: „Zur Umsetzung wird ein hochrangig besetzter Beirat unter Leitung von Staatssekretär Prof. Klaus-Dieter Scheurle ins Leben gerufen und eine schlagkräftige Struktur etabliert.“ Wichtiger Schwerpunkt bei der Umsetzung des Hafenkonzepts sei der Ausbau der Seehafen-Hinterlandanbindungen und der seewärtigen Zufahrten sowie die Vernetzung von See-und Binnenhäfen. Zur Stärkung der Binnenschifffahrt regte Klingen eine intensivere Integration von Binnenschifffahrt, Binnenhäfen und Wasserstraßen zu einem gemeinsamen System an.

Die Konzepte und Planungen seines Unternehmens für den Seehafenhinterlandverkehr stellte Karsten Sachsenröder, Member of the Management Board, DB Schenker Rail GmbH, vor. Er betonte dabei, dass das Transportwachstum der vergangenen Monate jetzt bereits wieder zu Engpässen führe und daher zur Behebung dieser Situation die Kooperation aller Beteiligten notwendig sei.

FBi - THB 14.9.